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27.10.2015

eFA Bamberg offiziell in Betrieb genommen

Einführungsveranstaltung eFA Bamberg

Einführungsveranstaltung eFA Bamberg am 19.10.2015 in Burgebrach (Quelle: Stadt Bamberg, WiFö)

Endlich ist es möglich, unter Gewährleistung des Datenschutzes, fallbezogen Patientendateien elektronisch zwischen Praxis und Klinik auszutauschen.
Stellen Sie sich vor, Ihrem Hausarzt fällt bei einer Routineuntersuchung ein unklarer Befund auf. Er überweist Sie in die Klinik, um eine CT-Untersuchung zur Klärung anfertigen zu lassen. Zurück beim Hausarzt muss dieser feststellen, dass er die Bilddaten auf der mitgebrachten CD nicht einlesen kann. Durch das sich anschließende Hin und Her zwischen Hausarzt und Klinik geht viel wertvolle Zeit verloren, bis schließlich mit der Therapie begonnen werden kann.
In Zeiten zunehmender Spezialisierung der ärztlichen Fachrichtungen und immer komplexer werdender Diagnostik- und Therapieprozesse ist eine enge Zusammenarbeit aller behandelnden Ärzte wichtiger denn je. Leider gestaltete sich der Austausch an den "Schnittstellen" zwischen Haus- und Facharzt oder zwischen niedergelassenen Kollegen und den Kliniken bislang oft umständlich, was z.B. für den Patienten die Wiederholung einer bereits durchgeführten Untersuchung zur Folge haben konnte.
Nach langer Entwicklungsarbeit und einer intensiven Testphase geht nun in Bamberg erstmals die "elektronische Fallakte Bamberg" – kurz "eFA" in Betrieb. Zur Einführungsveranstaltung in der Praxis für Gefäßmedizin / Phlebologie im Medizinischen Versorgungszentrum der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg kam neben Oberbürgermeister Andreas Starke und Bambergs stellvertretender Landrat Johann Pfister auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und berichtete von der künftigen Bedeutung von Telemedizin in der medizinischen Versorgung.
Als Projekt der Gesundheitsregion Bamberg und in enger Kooperation mit dem ärztlichen Kreisverband Bamberg ist es nun möglich unter Gewährleistung des Datenschutzes, fallbezogen Patientendateien elektronisch zwischen Praxis und Klinik auszutauschen.
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem bisher zwischen Behandlern versendeten FAX ist, dass jetzt problemlos auch hochaufgelöste Bilddaten wie z.B. einer CT-Untersuchung übermittelt werden können.
Breite Unterstützung
Mit Blick auf die Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung in der Region wird das Pilotprojekt eFA durch Stadt und Landkreis Bamberg gemeinsam unterstützt. Als Projektpartner konnten die international renomierten Firmen Cerner (Basis-System der eFA) und medatixx (Schnittstellen-Programmierung zur bestehenden Praxis-Software) gewonnen werden.
Da es sich bei der elektronischen Fallakte Bamberg in der jetzigen Form nach Einschätzung der Bayerischen TelemedAllianz um eine zukunftsfähige, innovative Lösung handelt, konnte die Oberfrankenstiftung für eine Förderung des Modellprojekts gewonnen werden. Der Löwenanteil der Kosten von über 350.000 Euro wird jedoch von den Projektpartnern Gesundheitsregion Bamberg, Cerner, medatixx sowie der Sozialstiftung Bamberg selbst getragen. Nur durch dieses Engagement und der Bereitschaft des ärztlichen Kreisverbandes, die Datenschutzverantwortung zu übernehmen, konnte dieses Innovationsprojekt letztendlich auf den Weg gebracht werden.

Eckdaten:
Veranstaltung
Datum & Uhrzeit: Montag, den 19.10.2015 von 15:00 bis ca. 16:00 Uhr
Ort: Praxis für Gefäßmedizin / Phlebologie
Medizinisches Versorgungszentrum
Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg
Am Eichelberg 1, 96138 Burgebrach
Projektpartner
Organisation: Gesundheitsregion Bamberg e.V.
Datenschutz: Ärztlicher Kreisverband Bamberg
Software: Cerner Deutschland GmbH
Schnittstellen: medatixx GmbH & Co. KG
Pilot-Anwender: Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg
Sozialstiftung Bamberg
Allgemein- und Facharztpraxen aus der Stadt und dem Landkreis

Hintergrundinformation:
Unterschied zwischen "elektronischer Fallakte" und "elektronischer Patientenakte"
Elektronische Patientenakte (ePA)
Die elektronische Patientenakte (ePA) stellt eine zentrale elektronische Sammlung und Verwaltung aller den Krankheits- und Behandlungsverlauf eines Patienten betreffenden Daten (Befunddaten, Diagnosen, Behandlungsverlauf, Behandlungsergebnis, zugehörige Korrespondenz) dar. ePAs werden meist als Primärsystem der ärztlichen Dokumentation innerhalb einer medizinischen Einrichtung in Form eines Praxisverwaltungssystems (PVS) oder Krankenhausinformationssystems (KIS) geführt.
Elektronische Fallakte (eFA)
Die elektronische Fallakte (eFA) ist das digitale Pendant zu dem Aktenauszug, den der Patient vor einem Termin bei einem ärztlichen Kollegen übergibt. Klassischerweise könnte dies einen Arztbrief, eine medizinische Fragestellung, Röntgen- oder Ultraschallbilder, Laborbefunde o.Ä. umfassen. Dabei beinhaltet die elektronische Form mit der entsprechenden Freigabe durch den Patienten nicht dessen gesamte Krankengeschichte (wie beispielsweise die ePA des Hausarztes), sondern nur die Dokumente, welche für den aktuellen Fall für nötig erachtet werden.
Die vorliegende Projektbeschreibung befasst sich mit einer "elektronischen Fallakte
(eFA)".

Gesundheitsregion Bamberg e.V. | c/o ÄKV Bamberg | Schillerplatz 4 / II | 96047 Bamberg
Ansprechpartner: Dr. M. Diruf | martin.diruf@bodyhey.com | 0173 – 93 78 303

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