Referenzen

Praxis Jens Wagenknecht

Herr Wagenknecht, seit wann haben Sie x.concept im Einsatz?

Jens Wagenknecht: Ich glaube, wir sind schon seit über fünfzehn Jahren x.concept-Anwender.

Haben Sie besondere Anforderungen an Ihre Praxissoftware?

Vor neun Jahren haben wir einen zweiten Standort eröffnet. Da war es nötig, dass die Außenstelle mit der Hauptpraxis so kommunizieren kann, dass wir ohne eine doppelte Datenhaltung auskommen. Die Mitarbeiter der medatixx-Niederlassung Nord haben die Außenstelle schon damals über einen VPN-Tunnel an den Server in der Hauptpraxis in Varel angebunden. Zu der Zeit mussten sich die meisten anderen Systeme damit behelfen, nachts zwei Server abzugleichen. Wir haben ein symmetrisches DSL für den VPN-Tunnel genutzt. Das war eine tolle technische Lösung, die es erlaubt hat, in der Hauptstelle die aktuellen Tätigkeiten in der Nebenstelle zu sehen. Diesen Komfort wollen wir nicht missen. Problematisch war bei uns die langsame Internetgeschwindigkeit. Wir konnten zwar in der Außenstelle x.concept gut nutzen, aber alle angebundenen Anwendungen, wie eine Archivierungssoftware, waren sehr langsam. Das erinnerte an die Zeiten, als man noch ein Telefonmodem hatte. Man dachte, die Buchstaben wandern zu Fuß von Praxis zu Praxis. Damals gab es einfach kein schnelleres Internet.
Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Jetzt haben wir eine 50 MBit-Anbindung und mit dem schnellen Internet einen echten Komfort. Man merkt gar nicht, dass man einen VPN-Tunnel nutzt. Natürlich können wir jetzt auch an beiden Standorten sofort archivieren. Ebenso praktisch ist die Anbindung meines iPads.

Wie wurde die iPad-Anbindung realisiert?

Auch hier wurde eine VPN-Verbindung zum Praxisserver eingerichtet. Ich nutze mein iPad als Heim- und als mobilen Arbeitsplatz. So kann ich beispielsweise unterwegs Faxe lesen und Laborwerte sehen, die am Mittwochnachmittag, wenn die Praxis geschlossen ist, eingegangen sind.
Die mobile Anbindung nutze ich auch, um zu sehen, was gerade in der Praxis läuft. Das ist schon elegant. Wenn ich berufspolitisch unterwegs bin, schreibe ich etwa meinen Mitarbeitern über die interne Nachrichtenfunktion in x.concept, wenn sie vergessen haben, die Wartezeit-Ampel auf der Homepage zu aktualisieren.

Was ist denn eine Wartezeit-Ampel?

Wir haben auf der Praxishomepage eine Ampel eingerichtet. Darauf wird für beide Standorte jeweils die aktuelle Wartezeit angezeigt. Also keine, 30, 60, 90 oder mehr Minuten Wartezeit.

Nehmen Ihre Patienten diese Ampel denn wahr?

Allerdings. Meine Patienten achten sehr genau darauf. Es gibt ein richtiges Phänomen: Wenn die Ampel 30 Minuten oder keine Wartezeit anzeigt, müssen wir sie kurze Zeit später auf mehr als 90 Minuten setzen, weil aufgrund der Anzeige sofort viele Patienten in die Praxis kommen. Man glaubt immer, Online-Angebote würden nur junge Leute nutzen. Das stimmt aber gar nicht.

Sie beobachten tatsächlich, dass besonders ältere Menschen Ihren Online-Service nutzen?

Sie werden vielleicht lachen. Als wir die Wartezeit-Ampel einführten, war die erste Anruferin eine 86jährige Dame, die nachfragte, ob die Wartezeit von 90 Minuten wirklich stimmt. Sie hat auch unsere Bestellfunktion aus dem Altenheim heraus genutzt. Das ist schon einige Jahre her, sie ist inzwischen leider verstorben. Die größte Empörung, wenn eine Bestellung über die Homepage nicht schnell erledigt ist, kommt von alten Leuten. Solche Online-Angebote und -Services bedeuten jedoch einen gewissen Aufwand. Wir müssen regelmäßig manuell die Ampel aktualisieren oder Änderungen der Sprechzeiten einpflegen.

Das hört sich alles sehr nach einer papierlosen oder digitalen Praxis an.

So könnte man es sagen. Wir schätzen die Möglichkeit, papierlos zu arbeiten, sehr. Wir archivieren elektronisch mit mediDOK. Dieses Programm ist an x.concept angebunden, sodass wir alle eingescannten Papierdokumente oder Bilder von Geräten direkt aus der elektronischen Karteikarte heraus öffnen können.
Der gesamte Faxverkehr läuft elektronisch. Dazu nutzen wir Active Fax, das sehr schön in unsere Archivierungssoftware eingebunden ist. So können wir auf einen Ausdruck komplett verzichten.
Wir haben digitale Ordner für jeden Kollegen und können so sicherstellen, dass alle Kollegen das Fax gesehen haben. Arzt A schiebt es dann zu Arzt B und so weiter, der letzte schiebt die Datei dann in den elektronischen Papierkorb. Das digitale Originalfax haben unsere Mitarbeiterinnen vorher schon dem Patienten zugeordnet. So besteht die Sicherheit, dass Befunde nicht untergehen. Daher ist für mich auch der mobile Zugang wichtig, weil ich dann sogar am Mittwochnachmittag wichtige Infos aus Laboren zuverlässig sehe. Was wir seit vielen Jahren mit Begeisterung nutzen, ist der Blankoformulardruck. Damit entfallen etliche Arbeitsschritte.

Inwiefern entfallen beim Blankoformulardruck Arbeitsschritte?

Stellen Sie sich vor, Sie müssen ein Kassenformular in die Hand nehmen und in den Drucker legen – das kostet viele Minuten Zeit. Und rechnet man über einen Tag hinweg diese Minuten zusammen, dann kommt man auf eine beachtliche Gesamtzeit. Beim Blankoformulardruck muss man keine vorgedruckten Formulare mehr manuell einlegen. Es reichen Drucker mit Normalpapier – die MFAs müssen morgens nur daran denken, Papier nachzulegen. Die Zeit, die ich bei den Einzelausdrucken spare, nutze ich lieber für meine Patienten.
Wir ärgern uns regelrecht, wenn es Formulare gibt, die nicht blanko bedruckbar sind. Theoretisch könnte man schon heute alles auf Normalpapier drucken. Außer bürokratischer Sturheit gibt es keinen Grund, noch irgendein Formular fertigen zu lassen. Man kann das alles mit elektronischen Signaturen schützen und sichern.
Im Rahmen der AG Bürokratieabbau bei der KBV soll das Betäubungsmittelgesetz entsprechend angepasst werden – dann könnte ich einen Drucker wegwerfen, der laut ist und alt. Stellen Sie sich vor, die Kosten von Nadeldruckern für BTM-Formulare liegen heute bei 500 bis 700 Euro, einen Laserdrucker bekomme ich für unter 100 Euro. Diese kindische Sturheit führt zu einem bürokratischen Albtraum.
Mit Blankoformulardruck für BTM-Rezepte würden sich auch Einbrüche in Praxen erledigen. Dass ein BTM-Rezept heute noch per Hand ausgestellt werden kann, ist für die Arztpraxis Steinzeit. Wir leiden an der Sturheit einer Bundesbehörde. Die Software bietet jedenfalls schon längst alle Möglichkeiten, das zu ändern.

Lassen Sie uns zurück zu Ihren Erfahrungen mit x.concept kommen. Sie nutzen das HzV-Modul für x.concept?

Wir nutzen einerseits das Hausarztmodul über die HÄVG-Schnittstelle. Das läuft separat. Dann nutzen wir aber auch die S3C-Schnittstelle, mit der wir HzV-Verträge über die KV abrechnen, inklusive Grünklick.

Was ist "Grünklick"?

Das sind Rabattverträge der Kassen, die direkt in die Software eingetragen werden. Bei Erfüllung einer Rabattvertragsquote gibt es noch eine Extravergütung. Die Umsetzung war für medatixx sicher eine große Herausforderung, ist aber gelungen. Durch rote und grüne Hinweise ist der Status gut kenntlich. Das nutzen wir alle und kommen gut damit zurecht.

Wie ist sonst Ihre Erfahrung mit x.concept?

x.concept ist komfortabel und an unseren Bedürfnissen ausgerichtet. Manches ist tief im Programm versteckt, da braucht man manchmal die Hotline, um etwas einzurichten. Wenn man sich anschaut, wie viele Geräte und Arbeitsplätze, auch mobile, angebunden sind, dann ist x.concept eine gute und stabile Software.

Benötigen Sie oft Unterstützung?

In den letzten zehn Jahren standen wir nur ganz selten verzweifelt vor einem „es läuft nichts“. Das waren meistens Probleme, die man als Anwender verursacht hat. Aber mit der Hotline-Unterstützung und der Fernwartung ist es sagenhaft, dass fast jedes Problem von überall in der Welt aus gelöst werden kann.
Als ich damals anfing, musste immer jemand aus Oldenburg anrasen und Disketten mitbringen. Heute genügt ein Anruf und via Fernwartung ist das Problem relativ flott behoben. Das spart viele Kosten und viel Zeit – auch das darf man nicht vergessen. Die Anfahrtspauschale eines Technikers ist ja nicht wegzudiskutieren. Manchmal muss es sein, zum Beispiel bei der Hardware, aber das ist ganz selten. Meistens kommen wir mit eigenen Bordmitteln zurecht. Wir beziehen auch die Hardware von medatixx.

Was war der Grund dafür, auch die Hardware über medatixx zu beziehen?

Das widerspricht zwar meiner Krämerseele, aber ich schrecke davor zurück, dass ich mit der Hardware nicht mehr zurechtkomme. Früher habe ich Grafikkarten selbst getauscht. Die Infrastruktur ist so groß geworden, dass ich lieber alles aus einer Hand haben möchte. Das einzige, was ich selbst beschaffe, sind die Drucker. Die melde ich sogar selbst im System an.
Beim Server und bei den Arbeitsstationen verlasse ich mich auf medatixx. Ich bin darauf angewiesen, dass bei einem Geräteausfall schnell alles wieder geht. Wenn ich mit Kollegen spreche, die Systeme von anderen Anbietern einsetzen, beschweren die sich meistens über mangelnde Unterstützung ihrer Systemhäuser. Darüber kann ich bei medatixx wirklich nicht klagen. Aus dem Grund beiße ich auch in den sauren Apfel der höheren Kosten für die Hardware. Dass der Router deutlich teurer ist als der, den man privat kauft, tut der deutschen Sparseele zwar weh, aber es muss sein. Insgesamt sind meine Erfahrungen mit den Hardwarekomponenten nicht schlecht. Dennoch hat man immer das Gefühl, es ist wie das Auto ohne Rabatt, der Re-Import wäre billiger. Die Sicherheit ist es mir aber wert.

Gab es schon Hardwareausfälle?

Früher hatte eine Putzfrau eine russische Seite im Internet geöffnet und so einen Virus ins Praxisnetz gebracht. Der führte bei einem Gerät zum Totalausfall. Zum Glück erhalten wir von medatixx immer schnell Hilfe.
Bei unserer medatixx-Niederlassung Nord gibt es drei Techniker, die ich seit über zehn Jahren kenne. Der persönliche Kontakt ist etwas sehr Wertvolles. Wir haben feste Ansprechpartner und die Betreuung ist mit großer Verlässlichkeit und Kompetenz verbunden. Wenn ein Techniker uns seit zehn Jahren betreut, kennt er wirklich jeden Fehler, weiß wie ich ticke und das Beste: Er hat immer eine Idee.
Als ich vor zehn Jahren eine Online-Anbindung realisierte, haben die medatixx-Mitarbeiter und ich gemeinsam überlegt, welche Variante im Hinblick auf die Sicherheit die Beste ist. Abgesehen vom russischen Computervirus durch die Putzfrau hatten wir noch keinen einzigen Virenbefall oder Angriff. Meiner Erfahrung nach ist der elektronisch verschlüsselte Datenversand sicherer als ein Fax.

Haben Sie Wünsche oder Kritik zu x.concept oder medatixx?

Die Struktur bei x.concept wird durch neue Module und Funktionen immer komplexer. Wir haben den Eindruck, dass nach Updates das System so komplex wird, dass fast zwangsläufig Korrektur-Updates kommen müssen. Dazu haben wir eine einfache Lösung: Bevor wir ein Update einspielen, warten wir eine Woche, ob ein Korrektur-Update kommt.

Ärgert Sie das nicht?

Nein, das sind Dinge, für die ich viel Verständnis habe. Ich bin überrascht, dass x.concept überhaupt so stabil läuft. Wenn die KBV an Weihnachten noch einen Hausarzt-EBM beschließt, tun mir die Entwickler leid, weil sie dann ihre Freizeit opfern müssen, um die Neuerungen noch in die Software einzuarbeiten.
Das Programm wird komplexer: Bilder und Strukturen ändern sich, die HzV-Lösung ändert sich, eine andere Optik wird eingeführt. Die Lösungen sind trotzdem komfortabel und gut gemacht. Was man merkt, ist die ältere Strukturbasis, auf die dann moderne neue Module aufgesetzt werden. Aus Sicht eines Programmierers heraus muss es manchmal ein Albtraum sein.
Mit Interesse hören wir Schilderungen anderer Kollegen. Beispielsweise haben wir jetzt in der Notfallpraxis ein Programm, das ganz furchtbar ist. Damit will ich gar nicht arbeiten.

Können Sie x.concept und die medatixx-Niederlassung Nord empfehlen?

Das kann ich, sonst würden wir dieses Interview nicht führen. Gerade wenn ich mit Kollegen spreche, die Systeme anderer Anbieter einsetzen, fühle ich mich darin bestärkt, dass ich mit x.concept und der medatixx-Niederlassung Nord die richtige Wahl getroffen habe.
In der medatixx-Niederlassung Nord habe ich immer Leute, die mir aus der Patsche helfen – egal, ob unsere Putzfrau versehentlich einen Stecker zieht oder einen Virus ins System bringt, ob ein Bagger ein Kabel durchtrennt hat oder es eine Frage zum Programm gibt. Die medatixx-Mitarbeiter sind sehr verlässlich.
Ich schätze die Nähe zum Unternehmen, die geografische Nähe zur Niederlassung Nord und vor allem die Kompetenz der Mitarbeiter. Wir hatten noch nie länger als 24 Stunden Stillstand.
Kollegen erzählen, dass sie eine ganze Woche nicht arbeiten konnten. Das würde mich fast dazu verleiten, vom Dach zu springen. Es kommt bei Kollegen auch vor, dass nach einem Update nichts mehr geht, das ist Gott sei Dank bei uns noch nicht vorgekommen. Wir sind ganz zufriedene Kunden.

Herr Wagenknecht, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Monika Nolte, freie Journalistin.

www.gemeinschaftspraxis-am-jadebusen.de


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