Hausarztpraxis Gropiusstadt: Dr. med. Daniel Rendant und Dr. med. Philipp Meyer

Sie sind 2025 auf die Praxissoftware medatixx umgestiegen. Was waren die Gründe dafür?

Dr. med. Daniel Rendant: Wir haben die Praxis 2016 übernommen und sie über die Jahre Schritt für Schritt modernisiert – die Praxissoftware stand dabei schon lange auf unserer Liste. Das Vorgängerprogramm war sperrig und wenig benutzerfreundlich. Wir hatten den Eindruck, es handelt sich um ein reines Verwaltungsprogramm, bei dem der Anwender nicht im Mittelpunkt steht. Neue Funktionen wurden zudem nur unzureichend integriert.

Dr. med. Philipp Meyer: Besonders deutlich zeigte sich das bei der Telematikinfrastruktur, etwa beim Versand von eRezepten und eAU. Mit dem alten System lief das sehr langsam und häufig fehleranfällig. Hinzu kamen Abstürze, lange Wartezeiten und die fehlende Möglichkeit, parallel in zwei Fenstern zu arbeiten. Irgendwann haben wir sogar einen Arztbrief mit dem Handy fotografiert, um einen zweiten Bildschirm zu simulieren – da wurde uns endgültig klar: So kann es nicht weitergehen.

Wie sind Sie auf medatixx aufmerksam geworden?

Dr. med. Philipp Meyer: Das war auf einer Fortbildung, die wir jeden Herbst besuchen. Dort trafen wir einen Kollegen, der inzwischen als Hausarzt niedergelassen ist. Während unseres Gesprächs griff er ganz selbstverständlich zum Handy, rief Laborwerte auf und gab seinem Praxisteam Anweisungen. Das hat uns sofort beeindruckt – genau so wollten wir ebenfalls arbeiten. Auf unsere Nachfrage erfuhren wir, dass er mit medatixx arbeitet.

Dr. med. Daniel Rendant: Daraufhin haben wir ihn ausführlich nach seinen Erfahrungen befragt. Persönliche Einschätzungen von Kollegen mit einer ähnlichen Arbeitsweise sind für uns aussagekräftiger als externe Testberichte. Seine Schilderungen waren so überzeugend und nachvollziehbar, dass wir uns recht schnell für den Wechsel entschieden haben.

Wie verlief der Umstieg auf medatixx? Gab es besondere Herausforderungen, und wie wurden diese gemeistert?

Dr. med. Philipp Meyer: Der Umstieg wurde von der Firma ComService begleitet, die mit medatixx zusammenarbeitet. Im Januar 2025 haben sie bei uns alles installiert. Die alten Daten wurden gesichert, neue Rechner aufgesetzt und die Daten auf den Server übertragen. Das lief ausgesprochen reibungslos – die Techniker waren sogar schon nach zweieinhalb statt drei Tagen fertig, und das System lief von Tag eins an einwandfrei.

Dr. med. Daniel Rendant: Etwas aufwendiger war die Übertragung der Medikamentenpläne – diese müssen beim Wechsel einer Praxissoftware aus gesetzlichen Gründen neu eingelesen werden. Das lag also nicht an medatixx, sondern ist systemübergreifend so geregelt. Da man uns im Vorfeld darüber informiert hatte, konnten wir uns entsprechend vorbereiten. Insgesamt war der Umstieg deutlich einfacher als gedacht. Hätten wir gewusst, wie unkompliziert er verläuft und dass kein Informationsverlust entsteht, hätten wir ihn vermutlich schon früher umgesetzt – aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.

Was war Ihr größter „Aha-Moment“ nach dem Umstieg auf die neue Praxissoftware?

Dr. med. Philipp Meyer: Definitiv die Telematikinfrastruktur. Das Versenden von Rezepten und Krankschreibungen läuft bei medatixx einfach im Hintergrund – man kann währenddessen ungestört weiterarbeiten. Beim Vorgängerprogramm bedeutete das jedes Mal eine Arbeitspause. Hinzu kommt, dass sich das alte Programm sehr häufig aufgehängt hat und wir regelmäßig Neustarts durchführen mussten. Das kennen wir mit medatixx praktisch nicht mehr – das System läuft sehr stabil.

Dr. med. Daniel Rendant: Eine Veränderung hat unser Team besonders deutlich bemerkt: die weggefallene abendliche Datensicherung. Beim alten System lief sie noch über eine externe Festplatte und kostete täglich mindestens eine halbe Stunde Arbeitszeit. Bei medatixx läuft diese Sicherung automatisch im Hintergrund. Und seien wir ehrlich: Niemand bleibt gern abends um 20 Uhr in der Praxis, nur um auf eine Datensicherung zu warten. Allein dadurch sind die Personalkosten spürbar gesunken. Ein weiterer Aha-Moment waren die Updates: Beim Vorgängerprogramm mussten wir teilweise halbe Tage von der Sprechstunde wegnehmen, um das Quartalsupdate einzuspielen. Es dauerte Stunden, bis wir wieder arbeitsfähig waren. Mit medatixx gehört das der Vergangenheit an. Schon das erste Update war ein echter Quantensprung, weil plötzlich Arbeitszeit frei wurde.

Welche Auswirkungen hat die neue Praxissoftware auf Ihre Patientenbeziehungen?

Dr. med. Philipp Meyer: Besonders bei Hausbesuchen macht sich der Unterschied bemerkbar. Wir können jetzt dank der App medatixx mobile mit dem Smartphone direkt auf alle relevanten Patientendaten zugreifen und vor Ort genauso fundiert arbeiten wie in der Praxis – ohne Informationsverlust. Mit der Vorgängersoftware war das nicht möglich. 

Welche Aspekte der Praxissoftware medatixx könnten Ihrer Meinung nach noch optimiert werden?

Dr. med. Daniel Rendant: Da gibt es insgesamt nicht viel. 

Die Benutzeroberfläche von medatixx finde ich insgesamt hervorragend – übersichtlich, gut strukturiert und individuell anpassbar. Besonders überzeugt mich, dass Neuerungen anwenderorientiert umgesetzt werden. 

Man merkt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat – das war beim Vorgängersystem ganz anders. Optimierungspotenzial sehe ich beispielsweise bei der Kalenderführung. Verglichen mit heutigen Privatanwenderlösungen wirkt die Terminverwaltung weniger intuitiv.

Dr. med. Philipp Meyer: Nachbesserungsbedarf sehe ich auch beim Ausdrucken von Laborwerten. Das ist aber wirklich nur eine Kleinigkeit. Möchte man sie dem Patienten übersichtlich mitgeben, ist es etwas komfortabler, sie direkt über das Labor herunterzuladen. Der Ausdruck aus medatixx heraus wirkt optisch nicht ganz so ansprechend. Dafür ist die Gestaltung der Medikamentenpläne sehr gut gelöst. Anpassungen gehen schnell von der Hand – ein klarer Vorteil gegenüber der alten Software. Positiv fällt mir zudem die visuelle Darstellung auf, etwa bei den Recalls für Gesundheitsuntersuchungen: Überfällige Untersuchungen werden durch ein rotes Feld deutlich markiert, sodass man sofort reagieren kann.

Dr. med. Daniel Rendant: Genau, diese Statusanzeigen im Permanentbereich sind im Alltag sehr hilfreich. Sie zeigen auf einen Blick, ob ein Patient vollständig bearbeitet wurde oder noch etwas aussteht. Auch die Einbindung der elektronischen Patientenakte ist aus meiner Sicht gut gelungen. 

Ihr Fazit, bitte.

Insgesamt sind wir zu rund 90 Prozent sehr zufrieden mit medatixx – und bereuen unsere Entscheidung bis heute nicht.

Das Interview führte Matthias Otto, freier Journalist.