Können DiGA mit der ePA verbunden werden? – Integration, Vorteile & Tipps für die Praxis

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) und der elektronischen Patientenakte (ePA). DiGA sind zugelassene digitale Programme, die über mobile Endgeräte oder Computer eingesetzt werden und medizinische Maßnahmen in Prävention, Diagnostik und Therapie unterstützen. Sie begleiten Behandlungsprozesse auch außerhalb der Praxis und ergänzen die ärztliche Versorgung durch digitale Funktionen.
Die elektronische Patientenakte dient als zentrale digitale Ablage für medizinische Informationen wie Befunde, Arztberichte und Medikationsdaten. Sie stellt diese berechtigten Leistungserbringern strukturiert zur Verfügung und unterstützt eine nachvollziehbare Dokumentation medizinischer Verläufe. Eine Verknüpfung mit DiGA ermöglicht die effiziente Übertragung relevanter Behandlungsdaten und vereinfacht organisatorische Abläufe in der Praxis.
Technische Voraussetzungen für die Integration von DiGA und ePA
Die technischen Voraussetzungen für die Datenübertragung aus einer DiGA in die ePA betreffen in erster Linie den DiGA-Hersteller, nicht die Arztpraxis. Für die Verknüpfung digitaler Gesundheitsanwendungen mit der elektronischen Patientenakte ist eine geeignete technische Infrastruktur erforderlich.
Wichtige Voraussetzungen umfassen:
- Stabile und abgesicherte Netzwerkumgebung, um eine sichere Kommunikation zwischen Praxissoftware, DiGA und ePA zu gewährleisten.
- Zugriff auf die Telematikinfrastruktur als Basis für den sicheren Austausch sensibler Patientendaten.
- Strukturierte Schnittstellen und standardisierte Datenformate, die einen reibungslosen Datentransfer zwischen den Systemen ermöglichen.
- Auf Herstellerseite: Ein von der DiGA-App genutztes gematik-Bestätigungsverfahren (§ 327 SGB V), eine SMC-B DiGA (Institutionskarte) sowie ein Konnektor oder TI-Gateway zur sicheren Verbindung mit der TI.
- Endgeräte und Betriebssysteme, notwendig zum Schutz sensibler Daten und zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – insbesondere die seit Januar 2024 verpflichtende Authentifizierung über die GesundheitsID.
Ablauf der Integration: Wie funktioniert die Anbindung von DiGA an die ePA?
Nicht die Arztpraxis richtet die Anbindung ein, sondern die DiGA-App selbst, gesteuert vom Patienten.
Schritte setzen sich zusammen aus:
Der Hersteller durchläuft das Bestätigungsverfahren der gematik nach § 327 SGB V und weist dies gegenüber dem BfArM nach.
Nach erfolgreicher Prüfung und Aufnahme der DiGA in die produktive TI-Föderation kann der Patient die Datenübertragung in der DiGA-App selbst auf eigenen Wunsch aktivieren, authentifiziert über die GesundheitsID.
Die versorgungsrelevanten Daten werden daraufhin im DiGA-MIO-Format oder als PDF direkt in die ePA des Patienten geschrieben.
Die Arztpraxis kann die in der ePA hinterlegten Daten anschließend wie andere Dokumente einsehen, sofern der Patient ihr Zugriff gewährt.
Nutzen und Vorteile: Warum lohnt sich die Integration von DiGA in die ePA für die Praxis?
Integration digitaler Gesundheitsanwendungen in die elektronische Patientenakte bietet mehrere Vorteile für Praxisabläufe und Versorgung.
Dazu zählen:
- Zentrale Datenübersicht: Relevante Gesundheitsinformationen werden an einem digitalen Ort gebündelt, was Übersichtlichkeit und Nachverfolgbarkeit im Behandlungsprozess erhöht.
- Reduzierter Verwaltungsaufwand: Übertragung von Therapie- und Verlaufsdaten verhindert Doppelerfassungen und fehleranfällige Medienbrüche.
- Aktuelle Entscheidungsgrundlage: Medizinische Entscheidungen basieren auf stets aktuellen Informationen, wodurch der Zugriff auf Gesundheitsdaten beschleunigt wird.
- Qualitätssteigerung der Versorgung: Abgestimmte Therapieempfehlungen lassen sich unter Einbeziehung digital dokumentierter Entwicklungen erstellen.
- Effiziente Ressourcennutzung: Routineanfragen und Nachfragen zu vergangenen Behandlungsmaßnahmen lassen sich direkt im System klären, wodurch Personal entlastet wird.

Praktische Tipps und bewährte Methoden für eine erfolgreiche DiGA-ePA-Integration
Erprobte Strategien erleichtern die Integration digitaler Gesundheitsanwendungen in die elektronische Patientenakte und sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Praxisalltag.
Bewährte Maßnahmen sind:
- Teamkoordination: Regelmäßige Besprechungen zur Abstimmung von Aufgaben und Abläufen.
- Dokumentationsroutinen: Klare Vorgaben für die Übertragung und Kontrolle von Gesundheitsdaten.
- Einarbeitung neuer Mitarbeiter: Stufenweise Einführung in digitale Anwendungen und Praxisprozesse.
- Leitfäden für Standardverfahren: Nachvollziehbare Darstellung wichtiger Arbeitsschritte.
- Feedbackschleifen: Regelmäßige Überprüfung und Verbesserung der Prozessketten.
- Gezielte Schulungen: Förderung von Routine und Sicherheit im Umgang mit neuen Funktionen.
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Zusammenfassung: Integration von DiGA und ePA in der Praxis
Die Verbindung digitaler Gesundheitsanwendungen mit der elektronischen Patientenakte erfolgt über die DiGA-App und wird von dem Patienten selbst gesteuert. Durch diese herstellerseitig nach § 6a DiGAV verpflichtende Anbindung werden Informationen zentral in der ePA erfasst, die Transparenz im Behandlungsprozess erhöht und administrative Aufgaben reduziert. Für die Praxis ergibt sich daraus vor allem der Nutzen, auf die von Patienten freigegebenen DiGA-Daten in der ePA zugreifen zu können.
Mit einem strukturierten Umgang mit diesen Daten lassen sich der Zugriff auf patientenbezogene Informationen optimieren, Entscheidungen auf aktuellen Grundlagen treffen und die Versorgung insgesamt effizienter gestalten. Die Nutzung von DiGA-Daten in der ePA etabliert sich damit als praktisches Instrument, um moderne, digital gestützte Praxisorganisation umzusetzen.