Kann ich KIM ohne TI-Anschluss nutzen? – Das sollten Praxen wissen

KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ermöglicht den sicheren und gesetzeskonformen Austausch sensibler Gesundheitsdaten in Praxen und Kliniken und erfüllt dabei die hohen Anforderungen des deutschen Gesundheitswesens an Datenschutz und Vertraulichkeit. Zentral für die Funktionsweise von KIM ist die Einbettung in die Telematikinfrastruktur (TI), die als technisches Fundament sämtliche digitale Versorgungsprozesse verknüpft und den nahtlosen, geschützten Informationsfluss zwischen medizinischen IT-Systemen, Praxen, Apotheken und weiteren Einrichtungen gewährleistet.
Ohne TI-Anschluss ist KIM nicht nutzbar, da der Dienst als TI-Fachanwendung durchgängig auf TI-Komponenten aufsetzt. Praxen, die die Vorteile moderner, digitaler Kommunikation nutzen möchten, benötigen daher zwingend die technische Einbindung in die TI, um Vertraulichkeit, Integrität und Effizienz ihrer digitalen Abläufe sicherzustellen.
Gesetzliche Vorgaben und regulatorische Anforderungen für die KIM-Nutzung
Für die Nutzung von KIM im deutschen Gesundheitswesen gelten strenge gesetzliche Rahmenbedingungen, die sich konkret aus § 311 SGB V ergeben; Arztpraxen sind danach seit dem 1. Oktober 2021 zur Nutzung von KIM verpflichtet. Dazu gehören verbindliche Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit, die sicherstellen, dass Gesundheitsdaten ausschließlich innerhalb genehmigter und technisch abgesicherter Systeme ausgetauscht werden. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird von den zuständigen Aufsichtsbehörden kontrolliert, wobei die Nutzung von KIM zudem an eine korrekte Anbindung an die Telematikinfrastruktur gebunden ist.
Die regulatorischen Vorgaben wirken sich sowohl auf organisatorische Abläufe als auch auf die technische Gestaltung der Kommunikationsprozesse in Praxen aus. Der Schutz sensibler Patientendaten steht dabei im Mittelpunkt, was sich in klaren Anforderungen an Verschlüsselung, Authentifizierung und Dokumentationspflichten widerspiegelt. KIM-Dienste dürfen nur mit zertifizierten technischen Komponenten betrieben werden, um Normkonformität und Sicherheit zu gewährleisten.
Warum KIM ohne TI-Anbindung nicht funktioniert
Ohne Anbindung an die Telematikinfrastruktur kann KIM nicht genutzt werden, da sämtliche Kernfunktionen auf den Komponenten der TI basieren.
Eine fehlende TI-Anbindung macht KIM daher vollständig funktionsunfähig, da alle wesentlichen Funktionen auf der TI aufbauen:
- Verschlüsselung und Signatur: Damit eine KIM-Nachricht sicher ver- und entschlüsselt sowie signiert werden kann, braucht die Praxis eine gültige SMC-B (Praxisausweis) bzw. einen eHBA (elektronischer Heilberufsausweis). Diese Chipkarten müssen unabhängig von einer bestehenden TI-Anbindung beantragt und ausgestellt werden. Nutzbar werden sie aber erst über die Telematikinfrastruktur: Erst dort werden die Zertifikate der Karte sicht- und nutzbar gemacht und ihre Gültigkeit geprüft. Ohne TI-Anbindung liegt die Karte also zwar vor, bleibt aber funktionslos. Der E-Health-Konnektor oder zunehmend auch das sogenannte TI-Gateway mit Anbindung an einen Highspeed-Konnektor in einem Rechenzentrum stellen die dafür nötigen Verschlüsselungs- und Signaturfunktionen bereit.
- Auffindbarkeit über den Verzeichnisdienst (VZD): Jede KIM-Adresse ist an einen Basiseintrag im Verzeichnisdienst der TI gebunden. Ohne diesen Eintrag ist die Adresse für andere Teilnehmer nicht auffindbar, sodass ein Nachrichtenaustausch praktisch ausgeschlossen ist.
- Nachrichtentransport: Der Transport von KIM-Nachrichten läuft über den Konnektor bzw. das TI-Gateway sowie einen TI-VPN-Zugangsdienst. Einen TI-unabhängigen Transportweg für KIM gibt es nicht; ein Mail-Server darf laut Bundesärztekammer ausschließlich Nachrichten aus der TI verarbeiten.
In der Folge geraten Einrichtungen ohne TI-Anschluss nicht in eine „eingeschränkte", sondern in eine vollständige digitale Insellage: Weder die elektronische Übermittlung von Arztbriefen noch andere KIM-gestützte Formularprozesse können ohne TI-Anbindung genutzt werden.
Unterstützung durch medatixx bei TI-Anbindung und KIM-Integration
Moderne medizinische Praxen stehen zunehmend vor der Herausforderung, digitale Kommunikationswege effizient zu gestalten und gleichzeitig gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Die Integration von Telematikinfrastruktur und KIM erfordert dabei verlässliche Softwarelösungen und präzise Abstimmung technischer Komponenten.
medatixx bietet modulare Praxissoftware, die TI- und KIM-Funktionen direkt integriert und so eine sichere, gesetzeskonforme digitale Kommunikation ermöglicht. Durch die langjährige Branchenerfahrung und das Konzept „TI as a Service“ unterstützt medatixx Praxen bei der Umsetzung technischer und organisatorischer Anforderungen, vereinfacht den laufenden Betrieb und ermöglicht es den Teams, sich auf die medizinische Versorgung zu konzentrieren.
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Fazit: KIM ist ohne TI-Anschluss nicht nutzbar
Die Nutzung von KIM ohne Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist nicht möglich, da die Verschlüsselung, die Auffindbarkeit von KIM-Adressen und der Nachrichtentransport selbst vollständig auf TI-Komponenten (Konnektor, SMC-B, eHBA, Verzeichnisdienst, VPN-Zugangsdienst) beruhen. Zentrale Funktionen wie der sichere Austausch mit anderen Praxen, Apotheken oder medizinischen Einrichtungen stehen ohne TI-Anschluss nicht zur Verfügung. Für Praxen bedeutet dies, dass KIM ausschließlich mit einer TI-Anbindung nutzbar ist. Ohne diese Anbindung ist KIM als Kommunikationsweg praktisch nicht verfügbar und die Vorteile der digitalen Kommunikation entfallen vollständig.